Prof. Dr. Yvonne Zajontz stellt den Referenten Dr. Stephan Schmucker vor
Zuhörerinnen beim Vortrag von Dr. Schmucker

Diversität und Leistung - 2. Vortrag im Rahmen des Projekts GenSity

Diversität und Leistung - 2. Vortrag im Rahmen des Projekts GenSity

16. Dezember 2016

Am vergangenen Donnerstag fand der zweite Vortrag im Rahmen der Vortragsreihe GenSity statt. Dr. Stephan Schmucker forscht an der Universität Hamburg zum Thema „Diversität und Leistung“ – er nahm seine Zuhörerinnen mit auf eine Forschungsreise zur der Fragestellung, ob und in welcher Weise die Diversität von Teams deren Leistung beeinflusst.

Im Berufsleben werden wir immer wieder mit der Erwartung konfrontiert, komplexe Aufgabenstellungen in heterogen besetzten Teams bestehend aus Spezialist/innen verschiedenster Fachrichtungen erfolgreich und effizient zu lösen. Stellt sich die Frage, welche Merkmale entscheidend für die Zusammensetzung eines solchen Teams sind?

Teams unterscheiden sich in sog. bio-demographischen Merkmalen wie Alter, Geschlecht oder ethnischer Zugehörigkeit, aber auch in fachlicher Hinsicht, z.B. der Dauer ihrer Betriebszugehörigkeit, dem Bildungsniveau oder ihrer Funktion im Unternehmen. Sind homogene Teams erfolgreicher oder erzielen gemischte Teams eine höhere Leistung? Führen Unterschiede eher zu Konflikten oder ergänzen sich unterschiedliche Sichtweisen zu einer positiven Gesamtleistung?

Schmucker und seine Kollegen haben zur Beantwortung dieser Fragen etliche Metastudien ausgewertet, die sich seit 2001 mit der Thematik beschäftigt haben – und sie kommen zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen: Offenbar führen Faktoren wie funktionelle Diversität und Bildungsdiversität eher zu einer positiven Teamleistung – wohingegen die Dauer der Betriebs- oder Teamzugehörigkeit keinen nachweisbaren Einfluss auf das Ergebnis hat. Auch scheinen bio-demografische Faktoren sich tendenziell eher negativ auf die Leistung auszuwirken bzw. Konflikte auszulösen, während fachliche Unterschiede häufiger eine positive Wirkung zeigen.

Eine entscheidende Rolle kommt daher dem Moderator eines Teams zu – Diversität muss gemanagt und bewusst gesteuert werden. Teamtrainings, z.B. zur Verbesserung der Wahrnehmung und zur Beschäftigung mit interkulturellen Konflikten können dazu beitragen, adäquat mit Diversität umzugehen. Eine transparente Arbeitsorganisation, die Kompetenzen eindeutig festlegt oder sich um die Reduzierung von Stressfaktoren bemüht, kann maßgeblich zum Erfolg der Teamleistung beitragen.

 

Die nächste Veranstaltung findet am 17. Januar 2017 statt. Dann setzt sich Diplompsychologin Tanja Hentschel mit Geschlechterstereotypen in Personalauswahl und –beurteilung auseinander. Bei Interesse bitte unter gensity@heilbronn.dhbw.de anmelden. Die Teilnehmerinnen erhalten ein Zertifikat.

Bitte beachten Sie: Aufgrund der Bestimmungen innerhalb des Förderprojekts sind für diese Veranstaltung nur weibliche Studierende zugelassen.

Hier geht es zum Programmüberblick und zu den weiteren Vorträgen.