„Fechten formt Persönlichkeiten.“

„Fechten formt Persönlichkeiten.“

13. Januar 2015

Seit Ende November 2014 beschäftigen sich die zukünftigen Nachwuchs-Sportmanager der DHBW Heilbronn mit der konzeptionellen Neu-Ausrichtung des Fechtzentrums in Tauberbischofsheim. Dabei griffen sie selbst zum Florett. Als der Olympiastützpunkt der deutschen Fechter ist das Fechtzentrum Geburtsort erfolgreicher Olympioniken und Weltmeister.

Das Kick-Off-Gespräch gab einen Überblick über die Ausgangslage und die Organisationstrukturen der beteiligten Gesellschaften. Dabei wurde schnell deutlich, dass sich die Rahmenbedingungen im Umfeld des Fechtsports spürbar verändert haben. Der gesellschaftliche Wandel, die sinkende Bereitschaft der Eltern, ihre Kinder zum Sport zu begleiten sowie das fehlende Trainerpersonal sind Entwicklungen, die Anpassungsprozesse erforderlich machen. Bis zur Abschlusspräsentation im Februar 2015 werden die angehenden Sportmanager eine strategische Konzeption ausarbeiten, die nicht nur das Fechtzentrum zukunftsfähig machen soll, sondern auch dem Fechtsport neue Impulse  verleiht. Das Projekt findet unter der gemeinsamen Leitung des Sportmanagement-Experten Prof. Dr. Dirk Schwarzer und des Medienprofis Andreas Lanig statt.

Konzentration, Ehrgeiz und Mut

Peter Behne, zuständig für den Nachwuchs, führte die anwesenden Studierenden in die traditionsreiche Sportart ein. Nach einer kurzen Vorstellung der unterschiedlichen Waffen - Degen, Säbel und Florett - wurden die einzelnen Handlungstechniken erklärt. Zudem legte Behne sehr viel Wert auf den respektvollen Umgang miteinander. Jedes Duell wurde durch einen Handschlag beendet. Der Fechtsport erfordert jederzeit 100 Prozent Konzentration: „Beim Fechten muss man jede Sekunde wach sein, ansonsten erwischt es einen “, beschrieb er eine der wesentlichen Herausforderungen für die Sportler. Der Student Matthias Kohlenberger unterstreicht diese Aussage und hat im Rahmen der Trainingseinheit die Erfahrung gemacht, dass die Sportart  Werte  wie „Ehrgeiz, Mut, Konzentrationsfähigkeit und den fairen Umgang mit Kontrahenten“ verkörpert. Hier liegen auch geeignete Ansatzpunkte für die Vermarktung: „Der Fechtsport kann in ein Teambuilding-Konzept für Unternehmen oder andere Gruppen integriert werden, da er sich stark am fairen Umgang der agierenden Personen orientiert“ beschreibt  Kohlenberger die Potentiale.

Fokus auf dem Nachwuchs

Mit Beginn des Projektes wurde eine SWOT-Analyse durchgeführt, die die Stärken und Schwächen des Fechtzentrums mit Chancen und Risiken des Umfelds abgleicht. Anschließend identifizierten die Studierenden Zielgruppen und legten die unternehmerischen Ziele fest. „Wir werden zwei Zielgruppen besonders im Auge behalten - die potentiellen Sportler und die Sponsoren“, berichtet  Kohlenberger. „Unser spezielles Augenmerk gilt dem Nachwuchs. Die ‚Fechtflöhe‘ werden schon im jungen Alter  in das Fechtzentrum geholt und durch eine Art Bewegungstherapie ausgebildet. Wir müssen uns schon früh um den Nachwuchs bemühen, damit der Fechtsport zukunftsfähig bleibt.“ so Peter Behne und ergänzt, dass der Fechtclub Tauberbischofsheim der einzige Verein bundesweit sei, der an allen Waffen und in allen Altersklassen ausbildet. 

Nachdem die strategischen Konzepte erarbeitet sind, werden die Maßnahmen zur Umsetzung und Erreichung der vorgegebenen Ziele entwickelt. Bis zum Tag der Abschlusspräsentation Mitte Februar bleibt noch Zeit, den Auftraggebern aus Tauberbischofsheim ein schlüssiges und Erfolg versprechendes  Konzept zu präsentieren. Die Fünftsemester geben erste Einblicke in ihre Ideen: In der Kernaussage ihrer Marketingstrategie geht es vor allem um die Werte des Fechtsports. Denn eines ist Matthias Kohlenberger im Rahmen der Projektarbeit klar geworden: „Fechten formt Persönlichkeiten!“.