Das Siegerteam von Meet & Eat (v.l.n.r.): Philipp Reinhardt, Ann-Kathrin Beringer, Christoph Hautzinger, Fabienne Schemmel-Schmäling, Michael Konrad, Niko Langner
Das Siegerteam von Meet & Eat (v.l.n.r.): Philipp Reinhardt, Ann-Kathrin Beringer, Christoph Hautzinger, Fabienne Schemmel-Schmäling, Michael Konrad, Niko Langner

"Gemeinsam isst man weniger allein"

"Gemeinsam isst man weniger allein"

17. Februar 2016

Unter diesem Motto hat Fabienne Schemmel-Schmähling eine Geschäftsidee auf dem Startup Weekend Food in Heilbronn präsentiert und den ersten Platz für die innovativste Idee gewonnen.

Am Freitagabend gingen mit der DHBW-Studierenden Fabienne Schemmel-Schmähling 54 weitere Food-Begeisterte an den Start. So auch ihr Kommilitone Niko Langner, der mit zu ihrem Siegerteam gehört.

Beide studieren im 1. Semester Food Management an der DHBW Heilbronn. Niko, der bereits eine Koch- und eine Konditoren-Ausbildung abgeschlossen hat und mit McDonald’s als Dualem Partner das Studium Food Management absolviert, hatte sich mit der Begründung angemeldet: „Wenn ich schon mit zwei Ausbildungen noch ein Studium mache, dann will ich auch möglichst viel mitnehmen." Fabienne, die bei Edora Gewürze ihre Praxisphasen verbringt, hatte ursprünglich auf dem Event die Herausforderung gesucht, vor einer großen Menschenmenge zu sprechen und in nur einer Minute eine Geschäftsidee zu „pitchen", d.h. zu präsentieren. Dass daraus am Ende ein Gesamtsieg werden würde, damit hatte sie nicht gerechnet.

„Startup Weekend" ist ein 54-Stunden-Crash-Kurs für Gründungsbegeisterte und Menschen mit Gründungsideen. Das Format findet wöchentlich an verschiedenen Plätzen der Welt statt, am Valentinswochenende waren es Heilbronn, Aarhus und GreenBay (Wisconsin). Nur in Heilbronn stand das Startup Weekend als Kooperationsprojekt der GGS und der DHBW unter dem Spezial-Motto „Food". Unter den ersten 21 Ideen, die zum Auftakt präsentiert wurden, waren Pilzzüchter, Eventköche, Winzer, Biertrinker, Sushi-Roller, Social-Media-Nutzer und -Programmierer, Lebensmitteltechniker uvm.

Für den ersten „Pitch" ihrer Idee hatten die Teilnehmer genau 60 Sekunden Zeit, dann stimmten alle darüber ab, welche Ideen auf dem Startup-Weekend weiter verfolgt werden sollten. 12 Ideen kamen dabei in die engere Auswahl. Die nächste Hürde war, für seine Idee Mitarbeiter zu finden, also aus dem Teilnehmerkreis ein möglichst interdisziplinär besetztes Team zusammenzustellen, mit dem die Idee weiter präzisiert werden sollte.

Acht Ideen gelang dies, darunter auch der Idee von Fabienne eine „Meet & Eat-Plattform“ zu schaffen, auf der sich Leute zwischen 20 und 45 zum gemeinsamen Kochen und Essen verabreden können. Die Idee des Pilzzüchters Ralph, Pilzspezialitäten im Blumentopf über den Lebensmitteleinzelhandel zu vertreiben, kam nicht weiter. Der Frühstückslieferservice „BagelBoy", der Weinbaukasten „Nine Wines" von Klaas und die Idee „Gabanzo" des Dänen Michael für fleischfreie Ernährung konnten aber beispielsweise genug Mitstreiter finden.

Am Samstag früh ging es in den acht Teams weiter. Dr. Jessica Di Bella, Innovationsforscherin an der German Graduate School Heilbronn (GGS) gab in einem Impulsvortrag Leitlinien für Geschäftsmodelle und wertvolle Tipps für Startups. Bis zum Nachmittag sollten die Teams ihre Ideen überarbeiten und einer Gruppe von Mentoren präsentieren. Der zweite Pitchtag für Fabienne.

Bis Mitternacht wurde weiter gearbeitet. Dank zahlreicher Geld- und Sachspenden war für die Verpflegung während des Arbeitens bestens gesorgt. Am Sonntag ging es um 9 Uhr wieder los, bis um 18 Uhr die finalen Pitches anstanden. Eine fünfköpfige Jury würdigte die Leistung der Teams, begleitet vom solidarischen Applaus der Teilnehmer, die über die Tage zu einer echten Community zusammen gewachsen sind. „Denkt dran: Das Team ist mehr als die Idee", gab am Ende Cathleen Fritzsche von Accelerate Stuttgart den Teilnehmern mit auf den Weg.

Neben der Geschäftsidee „Meet & Eat“, die den Preis für die innovativste Idee und für die beste Gesamt-präsentation bekam, weil das Team auf jede Frage der Jury mit einem vorbereiteten Datenblatt antworten konnte, gewann das Team um Lutz Koch in der Kategorie „Beste Präsentation" mit dem Projekt „Kisten-kartoffel", einer Verpackungsidee zur Vermarktung der braunen Knolle.

Wie Fabiennes Idee, dass sich Menschen in Heilbronn zum Kochen und Essen verabreden können, sich weiter entwickelt, wird die Zukunft zeigen. Prof. Woydt von der DHBW Heilbronn hat dem Team eine Party versprochen, wenn der 1000. User bei der Plattform registriert sein wird.

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