Tauchen ohne zu atmen: Student der DHBW Heilbronn ist deutscher Teammeister im Apnoetauchen

Tauchen ohne zu atmen: Student der DHBW Heilbronn ist deutscher Teammeister im Apnoetauchen

27. Mai 2015

7 Minuten und 9 Sekunden kann Dominik Schwarz die Luft anhalten und dabei bis zu 40 Meter tief tauchen. Er ist 26 Jahre alt, studiert im 2. Semester Konsumgüter-Handel (KHD) an der DHBW Heilbronn und hat gemeinsam mit seinem Teampartner gerade die Deutsche Meisterschaft im Apnoetauchen gewonnen.

"Apnoe" bedeutet Atemstillstand. Ohne Luft tauchen die erfolgreichsten dieser Extremsportler in Tiefen von mehr als 200 Meter. Eine unvorstellbare Leistung, die medizinisch nicht vollständig zu erklären ist, denn ohne Hilfsmittel ist der Mensch in solchen Tiefen normalerweise nicht überlebensfähig. Und auch die Fähigkeit, mehr als sieben oder acht Minuten ohne Sauerstoff auszukommen, grenzt an ein Wunder.

Doch wie schaffen es diese Sportler ihren eigenen Körper und scheinbar auch die Naturgesetze zu überlisten? Dominik Schwarz hat selbst an einer Studie der Universitätsklinik Bonn teilgenommen, um sich beim Luftanhalten scannen zu lassen.

Apnoe-Taucher haben in der Tiefe einen sehr niedrigen Ruhepuls, im Bereich der Spitzensportler liegt dieser bei etwa sechs bis sieben Schlägen pro Minute. Herz und Lunge sind vergrößert und versorgen den Körper auch bei anhaltender Belastung ausreichend mit Sauerstoff.

„Der Körper von Säugetieren besitzt einen sogenannten Tauchreflex. Der Körper passt sich den Verhältnissen unter Wasser an, indem die Extremitäten weniger durchblutet werden, die inneren Organe ihre Aktivität verringern, um Sauerstoff zu sparen, und die Milz vermehrt rote Blutkörperchen ausschüttet. Auf diese Art und Weise passt sich der menschliche Körper den Bedingungen der Unterwasserwelt ein Stück weit an“, erklärt Dominik Schwarz. Er erlebt das Apnoetauchen als ein besonders intensives Erlebnis mit der Natur und den eigenen Grenzen: „Man wird Teil der Unterwasserwelt und kann sogar tiefer tauchen als das Flaschentaucher tun. Das Gefühl der Freiheit unter Wasser sich dreidimensional bewegen zu können ist sehr schön.“

Dominik Schwarz hat schon immer gerne geschnorchelt, auf den Philippinen ist er dann zufällig auf das Apnoetauchen gestoßen. „Die körperliche Herausforderung, noch länger und noch tiefer zu kommen, reizt mich momentan sehr“, so der KHD-Student. Kontinuierliches Training und Entspannung helfen ihm dabei, die Zeit stetig zu verlängern. Auch das theoretische Verständnis von den Vorgängen im Körper helfe ihm dabei, seine Reaktionen besser zu deuten und nutzen zu können. „Mein Ziel ist es dieses Jahr auf 8:30 Minuten zu kommen und eine Tiefe von 80 Metern zu erreichen.“

Auch beim Studium an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Heilbronn profitiere er von seinem Hobby: „Der Ausgleich durch den Sport sorgt für mehr Kraft auf der Arbeit und im Studium.“ Insbesondere die Entspannungsübungen seien hilfreich in stressigen Situationen jeglicher Art, wie etwa bei Klausuren. „Seit ich mich mit dem Apnoetauchen beschäftige, bin ich deutlich disziplinierter, meine (Trainings-)Ziele zu erreichen. Willensstärke ist in einem dualen Studium auf jeden Fall sehr hilfreich“, so Dominik Schwarz