Gastgeberin und Portraitierte: Prof. Dr. Nicole Graf begrüßte über 100 Gäste an der DHBW Heilbronn.
Für Prof. Dr. Zajontz hat die Ausstellung ein klares Ziel: „Für eine wirkliche Gleichstellung reicht die Verfassungsvorgabe nicht aus. Wir müssen Mentalitäten verändern.“
Ohne Männer geht es nicht: Um Gleichberechtigung erfolgreich zu realisieren, müssen Frauen und Männer zusammenarbeiten.
Befragt hatten die Studierenden sieben renommierte weibliche Führungskräfte aus der Region Heilbronn-Franken. Werkstattgespräch nach der Begrüßung.
Die Ausstellung im C-Gebäude wird noch vier Wochen dort zu sehen sein.

„Bilder im Kopf“ – Studierende realisieren Ausstellung zu Rollenbildern

„Bilder im Kopf“ – Studierende realisieren Ausstellung zu Rollenbildern

11. Juni 2019

Welche Rollenbilder sind in unseren Köpfen verankert? Mit dieser Frage beschäftigten sich die Studierenden des Studiengangs BWL-Dienstleistungsmanagement der DHBW Heilbronn im Rahmen des Integrationsseminars „Bilder im Kopf – visuelle Rollenmodelle hinterfragen“.

Dafür haben die Studierenden Experteninterviews mit sieben beruflich erfolgreichen Frauen geführt und diese fotografiert. Mit einer Fotoausstellung wollen sie die Zielgruppe der 15-20-Jährigen für die Gleichberechtigung von Mann und Frau sensibilisieren. Die Ausstellung wurde am Dienstag, den 4 Juni 2019, an der DHBW Heilbronn eröffnet und ist noch vier Wochen dort zu sehen.

Prof. Dr. Nicole Graf, Rektorin der DHBW Heilbronn und eine der Interviewpartnerinnen, ist begeistert von den Ergebnissen: „Die Studierenden haben mit eindrücklichen Bildern und Texten eine Ausstellung geschaffen, die starke und erfolgreiche Frauen aus der Region zeigt. Die portraitierten Role Models sind anschauliche Vorbilder für die berufliche Entwicklung junger Studentinnen“. Gemeinsam mit den Projektleitern Prof. Dr. Yvonne Zajontz, Prof. Andreas Lanig und Dr. Donar Rau begrüßte sie unter den Gästen viele Vertreterinnen städtischer Institutionen, unter anderem Silvia Payer, Sandra Büchele und Beate Bindereif-Mergel. „Dass die Veranstaltung so gut besucht ist, belegt das hohe Interesse an einer gleichberechtigen Entwicklung von Frauen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft“, so Graf.

Unreflektierte Rollenbilder überdenken

„Untersuchungen zeigen, dass sich 17-bis 20-Jährige prinzipiell gleichberechtigt fühlen, sie jedoch trotzdem sehr traditionelle Rollenmodelle verinnerlicht haben“, weiß Studiengangsleiterin Prof. Dr. Yvonne Zajontz. Blickt man auf Instagram und YouTube-Profile fällt auf, dass sich junge Frauen vor allem nach veralteten Stereotypen inszenieren: sie geben Schminktipps, nähen, basteln und kochen. Eine aktuelle Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts Ifo beweist: Deutsche Jugendliche haben ein eher konservatives Frauenbild. Kindererziehung ist für Jungen und Mädchen zwischen 14 und 17 immer noch Frauensache. „Gerade deshalb ist es wichtig, einen Anstoß zu geben, über die verankerten, häufig unreflektierten Rollenbilder nachzudenken.“, so Zajontz. Die Auswertung der Experteninterviews macht deutlich: Die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch flexiblere Arbeitszeiten, Telearbeit und Elternzeit hat die Rahmenbedingungen für ein gleichberechtigteres Miteinander verbessert. Dennoch scheitern Frauen häufiger als Männer an einem geringeren Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und auch daran, als weniger kompetent wahrgenommen zu werden. Auch die Frauenquote sei eher ein Hindernis, da eine Frau in einer Führungsposition dadurch schnell als „Quotenfrau“ abgestempelt werde, erklärt Studentin Julia Menning.

Fotografien und Text als Ausstellungsobjekt

Die Ergebnisse des Projektes hat die Gruppe als Ausstellung aufbereitet. Dafür haben die Studierenden jede Interviewpartnerin in verschiedenen Settings fotografiert. Entstanden sind Porträtaufnahmen, die von den Studierenden aufbereitet und um die wichtigsten Zitate ergänzt wurden. Zusätzlich haben die Studierenden großformatige Texttafeln entworfen, auf denen die Interviews zu einem Portrait verdichtet wurden. Die Studierenden verfolgen das Ziel, auch  andere Jugendliche zum Nachdenken anzuregen: „Die Ausstellung soll nicht nur an der DHBW Heilbronn zu sehen sein, sondern auch als Wanderausstellung ausgeliehen werden können“, erklärt Student Fehmi Isik.

Liste der portraitierten Führungskräfte:

Birgit Hipp, Bereichsleiterin Finanzen  bei der Südwestdeutschen Salzwerke AG (SWS) Heilbronn

Ramona Hofmann, Head of Diversity Management bei der Rheinmetall Automotive AG in Neckarsulm

Prof. Dr. Nicole Graf, Rektorin der DHBW Heilbronn

Anja Kling, Abteilungsleiterin für Versuchsanlagen beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) in Hardthausen

Sabine Rotermund, Bürgermeisterin der Stadt Schwaigern

Kristina Schnüll, Leitung ambulante Jugendhilfe und Inobhutnahme bei der Caritas Heilbonn-Hohenlohe

Sabine Schober, Bereichsleiterin bei der Schwarz IT