Die Teilnehmer am dritten Schwarmstadt-Workshop haben Ideen und Umsetzungsvorschläge gesammelt.
Jetzt sind "Kümmerer" für die Projektideen gefragt.
Prof. Dr. Yvonne Zajontz und Robert Mucha treiben die Interessengemeinschaft voran.

Den Ideen schnelle Taten folgen lassen: Dritter Workshop Schwarmstadt an der DHBW Heilbronn

Den Ideen schnelle Taten folgen lassen: Dritter Workshop Schwarmstadt an der DHBW Heilbronn

31. Oktober 2018

Der Anfang war gemacht, das Medienecho groß, selbst die Dezernentenrunde der Stadt Heilbronn hatte eingeladen. Und gleich einen Ansprechpartner für das Projekt „Bahnhofsvorstadt" benannt und Mittel für eine Bestandsaufnahme der Ladenflächen in Aussicht gestellt. Für Robert Mucha, Chefredakteur des Hanix Magazins, und Prof. Dr. Yvonne Zajontz, Studiengangleiterin an der DHBW Heilbronn, hat das Projekt in kurzer Zeit viel positiven Zuspruch erhalten.

Jetzt heißt es, Gas geben und in kurzer Zeit kleine Dinge zum Laufen bringen. „Sichtbarkeit ist wichtig, damit wir die Leute mitnehmen können. Also: Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach", so Mucha.

An Ideen mangelte es den über 30 Teilnehmern an der dritten Schwarmstadt-Veranstaltung nicht. Eine leerstehende Ladenfläche mit drei Zimmern und 113 Quadratmetern? Wird zum Pop-up-Restaurant oder zum Salon für innovative Stadtentwicklung komplett mit Stadtschreiber und Stadtfotograf. Und die Brachfläche von 800 Quadratmetern unweit vom Bahnhof? Ein Stadtgarten auf Zeit, Ort für einen Floh- und Kunsthandwerkermarkt oder der Platz für ein Streetfood Festival? David Sansi, Gründer von doomorrow und Medienexperte, hatte noch eine Idee: Eine offene Küche der Nationen. Leute, die schwer auf dem Arbeitsmarkt vermittelbar sind, können Anschluss und Arbeit finden und dabei den Gästen die heimatliche Küche näher bringen. Je mehr sich beteiligen, desto abwechslungsreicher die Auswahl. Gäste können direkt vor Ort essen oder sich ihr Mittagessen als Take-away bestellen.

Ohne Projekt keine Förderung

Noch ein Grund, sich schnell zu fokussieren, ist die Finanzierung. Fördergelder – ob städtisch, vom Land oder Bund – sind in der Regel projektbezogen. „Auch die Bundesstiftung für Kultur hat Fördertöpfe", so Brigitte Fritz-Kador, „aber die gibt es nicht ohne konkretes Vorhaben." Ingrid Wegerhoff ist bereits in der Planung für ein erstes Fest: Nach der Wiedereröffnung des Spielplatzes am Kaiser-Friedrich-Platz soll dort am 29. Juni 2019 wieder ein „Fest der Vielfalt" im Stadtteil stattfinden. „Das letzte Fest 2015 war ein voller Erfolg", so Wegerhoff und regt an, dieses Fest zum ersten Projekt zu machen.


Taskforce Schwarmstadt

Damit die Schwarmstadt kein Lippenbekenntnis bleibt und die Interessengemeinnschaft eine Initiative ohne Ergebnis, stand neben der Ideensammlung für die Brachflächen und Leerstände vor allem das Wort „Kümmerer" auf den Metaplanwänden. Mucha und Zajontz sind bereit, weiterhin die treibende Kraft zu sein, aber nicht allein. Die Stadt hat bereits ihren Willen signalisiert. Aber auch Anwohner, Vereinsvorsitzende, Fördermitglieder und Eigentümer stehen auf der Liste. Als eines der nächsten Projekte wird Prof. Dr. Zajontz mit ihren Studierenden andere Modell-Schwarmstädte untersuchen und Anregungen für Heilbronn aufgreifen.