Studierende bepflanzen die Hochbeete auf dem Buga-Dachgarten "Himmelbetontgrün"
Auf dem Dach eines reinen Betongebäudes auf der Buga ist ein urbaner Garten entstanden, der zum Ort der Begegnung und zum Lernort für Kinder und Jugendliche werden soll.
Cornelia Biegert erklärt den Studierenden von BWL-Food Management, wie sie die Hochbeete bepflanzen sollen
Landschaftsarchitektin Cornelia Biegert gibt den Studierenden Tipps, wie die Hochbeete am besten bepflanzt werden.
Die Architekten Monika Joos und Kyrill Keller mit Studiengangsleiterin Prof. Dr. Katja Lotz (links): „Das wiederverwendbare Betongebäude ist in dieser Form einzigartig“
Die Architekten Monika Joos und Kyrill Keller mit Studiengangsleiterin Prof. Dr. Katja Lotz (links): „Das wiederverwendbare Betongebäude ist in dieser Form einzigartig“
Gruppenfoto von den Studierenden des Studiengangs BWL-Food Management mit Professorin Prof. Dr. Katja Lotz
Die Studierenden des Studiengangs BWL-Food Management haben das komplette Projektmanagement für den Dachgarten übernommen, von der Sponsorensuche über die Entwicklung einer Marke bis hin zur Vermarktung und Durchführung der Veranstaltungen
Studierende bepflanzen das Hochbeet
Ismael Rackl (22) bepflanzt mit seinen Kommilitoninnen ein Hochbeet: "Wir wollen den Besuchern zeigen, dass es auch möglich ist, in der Stadt Obst und Gemüse zu pflanzen und sie dazu inspirieren, es bei sich zu Hause auch zu versuchen“.

Vom Dachgarten auf den Teller – Studierendenprojekt der DHBW Heilbronn auf der Bundesgartenschau

Vom Dachgarten auf den Teller – Studierendenprojekt der DHBW Heilbronn auf der Bundesgartenschau

17. April 2019

„Himmelbetontgrün“ heißt der Dachgarten von Studierenden der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Heilbronn auf der Bundesgartenschau. Hier entsteht auf dem Dach eines reinen Betongebäudes ein urbaner Garten, in dem nicht nur gesunde Lebensmittel angebaut werden, sondern der auch zum Ort der Begegnung und zum Lernort für Kinder und Jugendliche werden soll.

„Unser Garten ist ein Mini-Modell für die Städte der Zukunft, in denen Nahrungsmittelanbau und Stadtleben aus ökonomischen und ökologischen Gründen wieder stärker miteinander verwoben werden“, so Prof. Dr. Katja Lotz, Projektleiterin und Studiengangsleiterin im Studiengang BWL-Food Management. Gemeinsam mit ihren Studierenden und in Kooperation mit dem Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Baden-Württemberg e.V. sowie dem Fachverband Beton- und Fertigteilwerke Baden-Württemberg e.V. will Lotz den Besuchern den Entwicklungsprozess vom Anpflanzen bis zum fertigen Produkt zeigen. Zugleich ist der Dachgarten selbst Teil eines Lehrprojektes: „Unsere Studierenden haben das komplette Projektmanagement für den Dachgarten übernommen, von der Sponsorensuche über die Entwicklung einer Marke bis hin zur Vermarktung mit Veranstaltungen.“

Gärtnern für Kinder und Jugendliche

Ismael Rackl (22) studiert im vierten Semester BWL-Food Management und freut sich über das Praxisprojekt: „Das Besondere an unserem Dachgarten ist, dass mitten in Heilbronn ein grüner Treffpunkt entsteht, an dem junge Menschen zusammen gärtnern können. Wir wollen den Besuchern zeigen, dass es auch möglich ist, in der Stadt Obst und Gemüse zu pflanzen und sie dazu inspirieren, es bei sich zu Hause auch zu versuchen“. Verschiedene Veranstaltungen sind dafür geplant: Im Mai basteln die Studierenden mit Kindergarten-Kindern „Seed-Bombs“ und vermehren Kräuter-Stecklinge, im August dürfen Schülerinnen und Schüler in einem „Farm-to-Face“-Workshop eigene Kosmetika mit Hilfe der Kräuter auf dem Dachgarten herstellen.

Den Lebensmitteln beim Wachsen zuschauen

Der Dachgarten soll auch für die Idee des Studiengangs BWL-Food Management stehen. Das Studium begleitet den Weg der Nahrung entlang der gesamten Wertschöpfungskette und zeigt auf, welche Schritte notwendig sind, damit zum Beispiel aus einem Weizenkorn ein vermarktungsfähiges Brot wird. Der Studentin Paula Feldmann (21) ist es wichtig, den „Farm-to-Fork“-Gedanken den Besuchern zu vermitteln und sie im Alltag dafür zu sensibilisieren, woher unsere Lebensmittel eigentlich kommen. „So ein Dachgarten vermittelt den Besuchern auch mehr Achtung gegenüber der Herstellung von Lebensmitteln“, weiß die freie Landschaftsarchitektin Cornelia Biegert, die den Ausstellungsbeitrag für den Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Baden-Württemberg e.V. geplant hat. Hier sei für jeden erlebbar, wie unser Essen entsteht, wie viel Arbeit und Zeit es koste, bis Obst und Gemüse geerntet werden könne. „Natürlich ist der Dachgarten aber auch ein Ort der Begegnung und der Gemeinschaft, hier kommen Menschen zusammen, man tauscht sich aus und wird inspiriert.“

Beton zum Zusammenstecken

Beim Gebäude, auf welchem sich der Dachgarten befindet, handelt es sich indes um eine kleine Sensation: Der ganze Bau besteht aus modularen Betonplatten, die nach Ende der Buga vollständig abgebaut und an anderer Stelle wieder neu zu-sammengesteckt werden können. „Das wiederverwendbare Betongebäude ist in dieser Form einzigartig“, so Architektin Monika Joos vom Architekturbüro Joos Keller aus Stuttgart. „Verankert sind die Betonteile über ein sogenanntes Köcherfundament, das es ermöglicht, die Betonteile sicher zu fixieren, aber später auch verlustfrei abzubauen und an anderer Stelle wieder neu zusammenzubauen.“ Die Architekten wollen damit zeigen, dass der Baustoff Beton durchaus nachhaltig verwendet werden kann. Der Dachgarten befindet sich gegenüber der Jugendherberge und ist Teil der Ausstellung GARTENWELTEN des Verbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Baden-Württemberg e.V. Das Gebäude wird zudem als Seminarraum genutzt, in welchem u.a. Vorlesungen des Studiengangs BWL-Food Management stattfinden sollen. Weitere Informationen zum Projekt unter katja.lotz@heilbronn.dhbw.de