Rege Diskussion mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Bildung. Auch darunter: Bewohner des Bahnhofsviertels.
Positive Aufbruchstimmung, nicht nur bei den Machern des Hanix Magazins.
Ideen sammeln, Assoziationen finden. Eine neue Geschichte für Heilbronn?
Macher des NaturVision Filmfestivals und Heilbronner Bürger Ralph Thoms über grüne Guerillas für das Bahnhofsviertel
Der Wunsch, Heilbronn zu verändern, bringt alle zusammen: Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Kultur und Bildung an einem Tisch.
Bunt, jung und international: Das Bahnhofsviertel verbindet nicht nur alte und neue Architektur.
Schwarmstadt-Initiatoren Prof. Dr. Yvonne Zajontz und Robert Mucha bei den Vorbereitungen für den ersten Workshop.

Workshop Schwarmstadt: Ein neues Image für das Bahnhofsviertel

Workshop Schwarmstadt: Ein neues Image für das Bahnhofsviertel

20. Juni 2018

Wenn es nach den Initiatoren des Schwarmstadt-Projekts, Robert Mucha vom Hanix Magazin und Prof. Dr. Yvonne Zajontz von der DHBW Heilbronn geht, steckt im Heilbronner Bahnhofsviertel der nächste Szene-Kiez.

Es herrscht positive Aufbruchsstimmung an der DHBW Heilbronn, als Zajontz und Mucha ihren Plan präsentieren. Benachteiligte Stadtteile wie das Bahnhofsviertel sollen aufgewertet und zu einer Marke aufgebaut werden. „Um erfolgreich Stadtentwicklung zu betreiben, gibt es viele Ansätze. Neben Gartenschau und Experimenta kann die Wandlung vom Bahnhofsviertel zu einem urbanen Szene-Kiez die Geschichte von Heilbronn neu schreiben“, so Marketingexpertin Zajontz. Heilbronn soll so zu einer Schwarmstadt werden, in die junge Leute gern kommen und in der sie auch bleiben.

Schon jetzt bietet das vermeintliche Schmuddelviertel für diese Entwicklung beste Voraussetzungen: Dort leben überdurchschnittlich viele junge und ledige Menschen. Zwei Drittel der ca. 4000 Bewohner haben einen Migrationshintergrund. Gastronomie, Schulen, Hotels und kleine Läden sind überall im Wohngebiet zu finden. Diesen kulturellen Mix wollen die Initiatoren des Schwarmstadt-Projekts nutzen und positiv besetzen. Nicht nur Robert Mucha, sondern auch Karin Schüttler, Leiterin des Schul-, Kultur- und Sportamts, schwärmt vom friedlichen Miteinander der Kulturen. Als Frau, so ergänzt auch Maike Endresz vom Hanix Magazin, habe sie sich abends dort noch nie unsicher gefühlt.

Leerstandsgebäude, Lagerräume und tote „Unorte“ haben die Chance, dass sich dort neue Gastronomie-Formate, individuelle Läden oder Plätze für Kreative ansiedeln. Doch es gibt auch Widerspruch: Manche haben im Bahnhofsviertel eher die vermüllten Ecken wahrgenommen, bei den anwesenden Studierenden ist das Viertel überhaupt nicht bekannt. Doch auch hier gibt es schon erste Ideen: Studenten wollen das alte Klubsofa wieder beleben, Mark Siller schlägt einen digitalen Campus für Start-ups und die digitale Gemeinde vor. Stadtrat und Neckarmeilen-Pionier Thomas Aurich sieht Hausboote am Neckar ankern.

Auf dem Weg zur Schwarmstadt hat die Interessensgemeinschaft eine gute Richtung eingeschlagen: Mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Bildung und Kultur ist das Bündnis breit aufgestellt. Erste Vorschläge sind notiert, die Bedarfe abgeklopft. Doch was noch viel wichtiger ist: Alle an diesem Tisch vereint das große Interesse, etwas in Heilbronn zu bewegen. Im Herbst soll die Interessengemeinschaft starten.

Jetzt kommt es darauf an, die Bürger im Bahnhofsviertel einzubeziehen und dafür zu sorgen, dass sich aus der Keimzelle heraus etwas Eigenes entwickelt. Susan Barth, Coach und aktive Gestalterin der Gründer- und Kulturszene, fasst die Hoffnungen des runden Tischs zusammen: „Heilbronn hat vielleicht doch etwas Großstädtisches.“